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IndividualsoftwareoderStandardsoftware?
Bevor über Kosten gesprochen wird, lohnt eine ehrliche Vorfrage: Braucht Ihr Unternehmen überhaupt eigene Software? Für Buchhaltung, Lohnabrechnung, E-Mail oder Terminplanung gibt es ausgereifte Produkte, deren Abläufe in den meisten Betrieben gleich aussehen. Wer einen solchen Standardprozess hat, fährt mit einer Lizenz günstiger und schneller als mit einer Eigenentwicklung. Eine Agentur, die Ihnen in diesem Fall trotzdem eine Individuallösung verkauft, berät Sie nicht gut.
Anders sieht es aus, wenn der Ablauf selbst Ihr Geschäftsmodell ist: die Art, wie Sie Aufträge kalkulieren, Touren planen, Fälle bearbeiten oder Kunden betreuen. Dann zwingt Standardsoftware Sie, Ihre Arbeitsweise an das Produkt anzupassen, und das Team baut Workarounds aus Tabellen, E-Mails und Zetteln drumherum. Jeder dieser Workarounds kostet Zeit, erzeugt Fehler und wächst mit dem Unternehmen mit. Individualsoftware bildet den Ablauf so ab, wie er bei Ihnen funktioniert, und verbindet die Systeme, die bisher nebeneinander laufen.
Entscheidend ist der Blick über mehrere Jahre. Eine Lizenz wirkt günstig, wird aber je Nutzer und Monat fällig, steigt mit dem Team und endet nicht. Dazu kommen Zusatzmodule, Schnittstellenaufpreise und die Arbeitszeit, die in Umwegen steckt. Individualsoftware hat höhere Anfangskosten, danach aber nur Betrieb und Weiterentwicklung, die Sie selbst steuern. Welche Seite der Rechnung gewinnt, hängt von vier Fragen ab.
- 01Ist der Ablauf bei uns anders als anderswo?Wenn Sie Ihren Prozess in zwei Sätzen erklären können und jeder Mitbewerber ihn genauso hat, reicht meist ein Produkt. Wenn Sie dafür eine Stunde brauchen, ist der Prozess Ihr Vorteil und verdient eigene Software.
- 02Wie viele Workarounds haben wir gebaut?Zählen Sie die Tabellen, Weiterleitungen und Doppelerfassungen rund um Ihr aktuelles System. Jede davon ist ein Hinweis, dass das Produkt nicht passt, und ein Posten, den eine Eigenentwicklung einspart.
- 03Was zahlen wir heute je Nutzer und Jahr?Rechnen Sie Lizenzen, Module und Aufpreise für Schnittstellen über fünf Jahre zusammen und legen Sie das Wachstum des Teams dazu. Diese Summe ist der Maßstab, an dem sich eine Individuallösung messen lassen muss.
- 04Welche Systeme müssen zusammenspielen?Wenn ERP, Shop, Buchhaltung und Außendienst Daten austauschen sollen und das Produkt keine passende Schnittstelle bietet, entstehen Lücken, die Menschen von Hand füllen. Eigene Software schließt sie dauerhaft.
Faustregel: Standardsoftware für Standardprozesse, Individualsoftware für den Prozess, der Ihr Unternehmen ausmacht.
